Der brasilianisch-argentinische Welsh Terrier
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Stammbuch 
Rasse Welsh Terrier
Besitzer Jutta Kreyenborg
1640 Acasusso/Argentinien
Kontakt Jutta@Kreyenborg.org
Zuchtname Jem's Red Morgan
* 30.08.2004
Vater Imperial of Happytails
Mutter Larti's Mora
Züchter Elene Brigida Manion
Acasusso
Sancho - der Südamerikaner
Sancho, so heisst unser Südamerikaner. Vater Brasilianer, Mutter Portena (so heissen die Damen aus Buenos Aires). Die Züchterin ist eine Irish-stämmige Argentinierin, die nun ihren ersten Wurf nach ihren Vorfahren benannte.

Über den FCI in Buenos Aires fanden wir Elene Brigida, die Züchterin. Ihr Wurf war gerade mal 30 Tage alt, bestehend aus zwei Rüden und einer Hündin. Ich durfte die Hundefamilie besuchen und hatte mich ganz schnell für den dicksten und faulsten Welpen entschieden: Sancho. Nachdem Elene Brigida erfuhr, dass ich schon einmal über 13 Jahre eine Welsh Terrier-Hündin hatte und diese vielen Jahre Mitglied im Klub für Terrier war, befragte sie mich sehr intensiv nach dem Aussehen der Welpen. Sie gab zu, dass sie kaum an Literatur herankäme und sie sich fragen würde, ob denn alles ,,so stimmen" würde bei den Welpen. Einmal tief durchgeatmet habe ich mich daran erinnert, wo wir leben.

Sancho's Rute ist leider kupiert, in Argentinien gibt es kein Kupierverbot. Mal sehen, wie sich das später mal wieder in Deutschland auswirkt - dumme Fragen, dumme Kommentare? Egal, er ist, wie er ist.

Unser Wirbelwind zog mit 8 Wochen ein, der Bruder bei unserem Kollegen. Unsere Althündin, eine Korthals-Griffonhündin empfand das wieselige Jungvolk als lästig, aber sie gewöhnte sich.
Sancho vermisste sein altes zuhause nicht, es gab ja noch jemanden viel flauschigeres, seine große Freundin, die ihm doch beibrachte, wie man sich so als Hund verhalten sollte.

Die ersten 5 Monate waren überstanden, alles verlief Reibungslos...bis sich unser pubertärer Rüde von seiner aggressiven Seite zeigte. Aggressivität gegen unseren 11-jährigen Sohn, gegen meinen Mann in der Küche, beim Fressen gegen die Althündin. Der Höhepunkt wurde im Alter von 10 Monaten erreicht, wo sich die Aggressionen häuften und verdammt spontan verliefen. Der Gehorsam stand immer auf der Kippe und meine Souveränität gleich mit.

Mit 13 Monaten haben wir ihn hormonell kastriert, ein Versuch auf Besserung. Tatsächlich stellte er seine Testesteron-Angriffe ein, dafür platzte er aus allen Nähten und bekam eine Allergie.
Die hormonelle Kastration wurde abgebrochen und eine spätere Kastration nicht mehr in Betracht gezogen, da die Gewischtszunahme in keinem Verhältnis mehr stand. Diese kurze Unterbrechung seiner selbstbelohnenden Verhaltensweisen liessen aber wieder ein Arbeiten zu, so dass er heute mit seinen 19 Monaten ein schönes Alternativverhalten zeigt, wenn er aus seiner ererbten Futteraggression heraus in den Angriff übergehen will.

Vergessen sind all die mutigen Terrier-Eigenschaften, wenn befreundete schwarze Schäferhunde den sich selbstüberschätzenden Rüden über den Haufen rennen und ihm zeigen, dass er nicht der Chef des Campos ist...dann ist jeder Mut vergessen...und nur noch ein tiefes, lautes Brummen zeugt von dem frechen Terrier, der sich Schutzsuchend bei seinen Menschen aufhält, die er doch sonst so gerne bei jeder Kochgelegenheit in die Füsse zwickt....ein Welsh eben, den wir trotz aller Macken nicht mehr hergeben.